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Wann wird Gassi für den Hund im Winter kritisch?

Hund im Winter bei eisigen Temperaturen

Bei sinkenden Temperaturen steigt das Risiko für Kältebelastung bei Hunden, auch wenn sie auf den ersten Blick robust erscheinen. Es gibt klare Richtlinien, ab welchen Temperaturen Hunde besondere Vorsicht benötigen.

Temperaturen und ihre Bedeutung

  • Temperaturen von ca. 12 °C bis 19 °C gelten als ideal für gesunde Hunde.
  • Bei 7 °C bis etwa 4 °C wird es schon bei kleinen Hunden, Welpen, älteren Tieren oder kurzhaarigen Rassen sinnvoll, sie z. B. mit einem Mantel auszustatten.
  • Liegen die Werte zwischen etwa 4 °C und –1 °C, sollten Spaziergänge verkürzt werden, besonders bei gefährdeten Hunden. Erste Warnzeichen könnten Zittern, verlangsamte Bewegungen oder andere Unterkühlungsanzeichen sein.
  • Bei –4 °C bis –9 °C gilt: nur noch sehr kurze Runden, besonders bei kleinen, älteren oder gesundheitlich eingeschränkten Hunden. Wird der Hund nass (z. B. durch Schnee oder Regen), erhöht sich die Auskühlungsgefahr erheblich.
  • Ab etwa –12 °C wird ein längerer Aufenthalt draußen als zu riskant eingeschätzt, dann sollte maximal eine kurze „Toilette" im Freien eingeplant werden.

Warum sind gerade manche Hunde stärker gefährdet?

  • Kleine Rassen verlieren schneller Körperwärme, wegen geringerer Masse.
  • Kurzhaarige Hunde haben kaum Isolierung durch Unterwolle oder Fettschicht – ihnen fällt die Temperaturhaltung schwerer.
  • Welpen besitzen noch kein vollständig ausgeprägtes Thermoregulationssystem.
  • Ältere Hunde können durch langsameren Stoffwechsel oder bestehende Erkrankungen schneller auskühlen.
  • Auch Hunde mit dichtem Winterfell sind nicht automatisch geschützt, Wind oder Feuchtigkeit (Nässe, Schnee) senken die gefühlte Temperatur deutlich.

Was kannst du als Hundehalter tun?

  • Einen warm gefütterten, wasserabweisenden Mantel verwenden, besonders bei kleinen, kurzhaarigen oder älteren Hunden.
  • Pfotenschutz ist wichtig, das Streusalz, Split oder scharfkantiges Eis können die Ballen angreifen. Eine Pfotenpflege mit Balsam oder Reinigung nach dem Spaziergang empfehlen sich.
  • Die Pfoten nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser von Salzresten befreien.
  • Statt eines langen Spaziergangs lieber mehrere kurze Runden, das schont den Hund bei Kälte.
  • Auf Warnzeichen achten: starkes Zittern, Pfoten werden hochgezogen, verlangsamtes Gehen, Hund bleibt stehen, wirkt verwirrt. In solchen Fällen besser zurück nach Hause.
  • Bei extremen Temperaturen: Alternative Beschäftigung im Innenraum wie Intelligenz-, Nasen- oder Suchspiele, kleines Training im Wohnzimmer statt langer Gassirunde.

Fazit

Wer die individuellen Bedürfnisse seines Hundes kennt (Größe, Fell, Alter, Gesundheit), ihn bei Kälte gut schützt (Mantel, Pfotenschutz) und bei kritischen Temperaturen auf Warnzeichen achtet – kann die kalte Jahreszeit sicher gemeinsam mit seinem Vierbeiner meistern.